Der Pokerfilm


Seit kurzem flimmert der neue Pokerfilm "All-In" über die Leinwände der deutschen Kinos. Ein Film, der nicht nur den Pokerboom in den USA beleuchtet, sondern auch das Einschreiben der amerikanischen Regierung. Diese griff mit der Sperrung der wichtigsten Pokerseiten weltweit im April 2011 ins Geschehen ein.

Der 4th Row Film durfte sich bei der Produktion über die Regiefähigkeiten von Douglas Tirola freuen. Dieser inzenierte ein Epos mit dem Ziel die Geschichte des Pokerspiels in den USA für den Zuschauer festzuhalten. Umrissen wird die Entwicklung des Pokers in den letzten 200 Jahren. Zudem zeigt der Film das Pokern in allen seinen unterschiedlichen Facetten.

Auch wenn der Film die gesamte geschichtliche Entwicklung des Pokers in der USA anreißt, so konzentriert er sich hauptsächlich auf die letzten zehn Jahre. Diese verliefen ja auch besonders turbolent. Die erste Hälfte des neuen Jahrtausends brachte einen derartigen Boom mit sich, dass die amerikanische Regierung sich zum Einschreiten veranlasst sah. Ziel der Aktion war, die Bürger daran zu hindern, weiterhin im Internet Poker spielen zu können.

Der Film "All-In" zeigt ausgiebig die Ironie der Situation ohne eindeutig Stellung zu beziehen. Ein Spiel, dass in der amerikanischen Kultur derartig verwurzelt ist, wird plötzlich zur Zielscheibe der Regierungsbehörden hochstilisiert. Die Regierung entmündigte quasi die Bürger, indem sie diese mit der Verabschiedung entsprechender Gesetze der Entscheidung enthoben, ob sie Poker im Internet spielen wollten oder nicht.

In Interviews geben im Film viele Spitzenspieler wie Daniel Negreanu, Chris Ferguson, Phil Hellmuth, Greg Raymer oder Mike Sexton ihre Meinung kund. Ausserdem geben Brancheninsider, Manager und bekannte Persönlichkeiten wie Kenny Rogers oder Matt Damon ihre Einschätzung zum Besten.

Im Film wird auch der Niedergang von Full Tilt Poker angesprochen. Allerdings wird der Niedergang nur am Rande erwähnt. Im Zusammenhang mit dem Black Friday hätten sich viele Pokerspieler und –fans eine nähere Betrachtung des Falles sicher gewünscht. Dies war allerdings leider nicht möglich, da die Details der Full-Tilt-Pleite erst bekannt wurden nachdem die Szenen des Black Friday bereits in der Post-Produktion und schon lange abgedreht waren.

Hobbyspieler und Pokerfanatiker dürften gleichermaßen von dem Pokerfilm "All-In" begeistert sein. Insidern allerdings wird die Geschichte nicht viel Neues verraten. Zumindest erhascht man bei dem Film aber einen anregenden und rasanten Blick auf die faszinierende Stellung, die das Pokerspiel in den USA einnahm und immer noch einnimmt. Eine interessante Reise von den Anfängen bis ins letzte Jahrzehnt, die die großen Veränderungen gekonnt aufzeigt.