Poker Streit


Wer in Deutschland außerhalb von staatlich betriebenen Kasinos Poker spielen möchte, begibt sich in eine rechtliche Grauzone. Trotz einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, dass der Glücksspielvertrag auf dem das Monopol der Bundesländer auf das Glücksspiel beruht gegen die europäische Verfassung verstößt, hält eine Mehrheit der Länder daran fest. Neben der Tatsache, dass sowohl das Annehmen von Wetten und Durchführen von Lotterien in dem Vertrag reglementiert wird, sagt der Vertrag weiterhin aus, dass Glücksspiele nur von den Bundesländern angeboten werden dürfen.

Nach Meinung der Entscheidungsträger gehört auch Poker zu den Glücksspielen. Allerdings ist es selbst unter Experten strittig, ob Poker überhaupt als Glücksspiel eingestuft werden kann, da der Faktor Glück nur etwa 15 bis 20 Prozent ausmacht. Dagegen legt die korrekte Beherrschung der Wahrscheinlichkeitsberechnung den Grundstein für einen erfolgreichen Pokerspieler. Da der Glücksspielvertrag jedoch laut dem eingangs bereits erwähnten Urteils des Europäischen Gerichtshofes in der damaligen Fassung gegen EU-Recht verstoßen hat, wurde dieser geändert. Diese Änderungen waren jedoch so minimal und betrafen in erster Linie nur die Werbung für Lottospiele, so das postwendend neue Klagen gegen den Vertrag eingereicht wurden. Für den Pokerspieler besteht das Problem darin, dass sowohl die Organisation und Teilnahme an einem Pokerturnier bei dem man Geld oder geldwerte Sachpreise gewinnen, kann unter Strafe steht. Zwar sind bislang keine Fälle bekannt, wo es zu einer Verurteilung kam. Allerdings haben bereits mehrfach die Behörden durch Verbote im Vorfeld oder Razzien während eines Turniers für Unruhe gesorgt.

Doch auch international sieht die Lage für Pokerspieler nicht besser aus, wie die Entwicklungen in jüngster Zeit gezeigt haben. Nachdem die USA im Jahr 2006 das Spielen von Glücksspielen für US-Bürger im Internet verboten haben, hat sich die Lage in den letzten Monaten stark angespannt und die Staaten haben eine härtere Gangart auch gegen die großen Anbieter einschlagen. So wurden die Betreiber einer der größten Anbieter vom FBI verhaftet und die Domains in den USA beschlagnahmt. Dieser Anbieter hatte trotz des seit 2006 bestehenden Gesetzes weiterhin US-Bürgern Zugang zu den virtuellen Spieltischen gewährt. Doch auch die englische Justiz greift hart durch, im Juni einem, der drei großen Anbietern die Lizenz nicht verlängert, sodass dieser im Moment keine Auszahlungen vornehmen darf und somit im Moment handlungsunfähig ist. Der Anbieter bemüht sich jedoch um eine Klärung der Angelegenheit. Eine endgültige Entscheidung fällt jedoch erst Ende Juli.